Stadtmuseum im Kulturzentrum Haus Catoir

Straßenfront des Kulturzentrums Haus Catoir, Heimat des Stadtmuseums
© Stadt Bad Dürkheim

Der über 2000-jährigen Weinbautradition in Bad Dürkheim entsprechend, ist das Museum in einem ehemaligen Weingut untergebracht. Auf über 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche erfahren die Besucher allerdings weit mehr als nur Wissenswertes zum Wein.

Die archäologische Abteilung dokumentiert die Geschichte der Region von der Steinzeit bis zu den Franken. Ein reich ausgestattetes Fürstengrab sowie der bisher einzigartige Fund eines Signalhorns zeugen von der Bedeutung des Ortes in keltischer Zeit. Vom römischen Leben erzählen die Funde von dem Gutshof am Weilberg, wo sich Reste einer Kelteranlage gefunden hatten. 3D-Animationen vermitteln ein anschauliches Bild des Haupthauses mit seiner Frontlänge von über 100 Metern. Der in Pfeffingen gefundene Spangenhelm eines Gefolgsmannes von Chlodwig I. ist ein eindrucksvoller Beleg, dass der Ort eine zentrale Rolle bei der fränkischen Landnahme spielte.

Die stadtgeschichtliche Abteilung zeigt die Entwicklung Bad Dürkheims vom 8. Jahrhundert bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein Schwerpunkt ist dem seit der Mitte des 19. Jahrhunderts aufblühenden Kurwesen gewidmet. Weitere Schwerpunkte der Ausstellung sind das 1024 gegründete Kloster Limburg sowie die vor 800 Jahren errichtete Hardenburg.

Im Erdgeschoss befindet sich die volkskundliche Abteilung mit Exponaten aus dem Besitz alteingesessener Familien der Stadt. Eine ausführlichere Darstellung erfährt auch die „schöne Anna“, Leiterin eines der bedeutendsten Hotels am Ort, die es mit ihrem „Pfälzer Kochbuch“ zu nationaler Berühmtheit gebracht hatte.

Ganz im Zeichen des Weines steht die Ausstellung im Gewölbekeller. Neben dem Weinbau das in den 1930er-Jahren entstandene Riesenfass und der Dürkheimer Wurstmarkt – das größte Weinfest der Welt mit über 600-jährigen Tradition – im Mittelpunkt.

Mit dem Umbau konnten die Ausstellungsflächen erweitert und eine zeitgemäße Neukonzeption der Ausstellung realisiert werden. Seither ist das Museum barrierefrei. Das Vorhaben wurde vom Ministerium für Wissenschaft, Bildung und Kultur mit 50 Prozent der Kosten gefördert. Der größte Teil der ausgestellten Objekte befindet sich im Eigentum der Museumsgesellschaft. Im Jahre 1872 als „Alterthumsverein für den Kanton Dürkheim" gegründet, ist sie der älteste Verein dieser Art in der Pfalz.

Führungen sind auf Anfrage auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.