Idyllisch an der Lautermündung bei Neuburg am Rhein liegt seit 1993 das schwimmende Museumsschiff des Fördervereins Neuburger Schifffahrtsmuseum. Es ersetzt die 1991 durch einen Brand zerstörte Lautermuschel, die einst ein wichtiger Treffpunkt für Schiffer und Lotsen des Oberrheins war.
Schon vor den 1930er Jahren wurden vorbeiziehende Schiffe von hier aus mit Proviant versorgt. Bis 1963 diente die Lautermuschel als Anlaufstelle für Fahrensleute verschiedener Nationen, die hier Erfahrungen austauschten.
Nach dem Verlust der Lautermuschel gründete sich 1992 der Förderverein und erwarb das Partikulierschiff ELFE (Baujahr 1907). Das 460 PS starke und ursprünglich 77 Meter lange Schiff wurde auf 40 Meter gekürzt und an die örtlichen Gegebenheiten angepasst. Im Inneren wurde ein schwimmende Museum eröffnet. Herzstück der Ausstellung sind der restaurierte Motorraum, der Steuerstand mit Radaranlage sowie Exponate zur Rheinschifffahrt, darunter Werkzeuge, Schiffstechnik und Modelle.
Ein Highlight ist die 2023 gestaltete Rheinverlaufskarte, die die Veränderungen des Flusses bis zur Rheinbegradigung 1821 zeigt. Neuburg erlebte diese besonders drastisch: Ursprünglich floss der Rhein rechts um den Ort herum, bis er sich 1592–1595 einen neuen Weg bahnte und Neuburg auf die linke Rheinseite versetzte. Erst mit der Rheinbegradigung erhielt der Fluss sein heutiges Bett. Daraus entstand der Slogan „Neuburg, das Dorf, das den Rhein überquerte.“
Gut zu wissen:
Nach dem Museumsbesuch ist im Schiffsrestaurant Lautermuschel bestens für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher gesorgt. Die Lautermuschel ist eine tolle Einkehrmöglichkeit auf einer Wanderung oder Radtour durch den südlichsten Zipfel der Südpfalz.