Pfälzer Musikantenland-Museum

Burg Lichtenberg
© Geoskop (Foto: Jan Fischer)

Das Westpfälzer Musikantenland gehört zu den ganz wenigen Regionen des deutschsprachigen Kulturraums mit einer Wandermusikanten-Tradition. Nachdem die Pfalz in der Franzosenzeit (1797-1814) Gewerbefreiheit erlangt hatte, taucht in westpfälzer Urkunden immer häufiger die Berufsbezeichnung Musiker („musicien“ oder „Musigand“) auf. Die Befreiung vom Zunftzwang erlaubte den in ansehnlicher Zahl hier ansässigen Volksmusikanten aus ihrer Begabung eine Broterwerbsquelle zu machen.

Überbevölkerung, Hungerjahre, Missernten und andere Umstände waren es, die die ersten Musikanten um das Jahr 1830 auf Wanderschaft gehen ließen. Zunächst wurde das benachbarte Ausland, danach das restliche Europa und schließlich die ganze Welt bereist. Nach gründlicher Probearbeit über Winter zogen im Frühjahr die Musikanten aus und kehrten oft erst nach Jahren wieder in die Heimat zurück. In der Hochzeit waren schätzungsweise 2500 Wandermusikanten unterwegs und erspielten jährlich mehrere Millionen Goldmark.

Das Museum veranschaulicht die Umstände und das Leben dieser Wandermusikanten und ihrer Familien. Vielleicht ist ja auch ein Vorfahr von Ihnen dabei!? Als besonderes Bonbon zeigt das Museum die größte Tuba der Welt sowie andere weitgereiste Instrumente.