Tonbergbaumuseum Westerwald

Tonbergbau zum Anfassen!

Im Westerwald befinden sich die größten und hochwertigsten Tonvorkommen Europas. Mehr als 25 Millionen Jahre liegt die Lagerstättenbildung der weltbekannten Westerwälder Tonbecken zurück. Unter dem Motto „Tonbergbau: gestern – heute“ gibt das Tonbergbaumuseum Westerwald Einblick in die harte Arbeit der Tongräber früherer Zeiten sowie in die moderne Tongewinnung heute.

Der Museumspavillon befindet sich auf dem Gelände der historischen Schachtanlage „Gute Hoffnung“ in Siershahn. Die Schachtanlage mit Förderturm und Hängebank aus dem Jahre 1962, in der bis 1979 Ton gefördert wurde, ist das letzte architektonische Zeugnis von ehemals 35 Gruben des untertägigen Tonabbaus im Westerwald. Auf dem Außengelände werden neben der Schachtanlage historische Maschinen und Arbeitsgeräte ausgestellt, die die ehemaligen Betriebsabläufe zeigen. Die gesamte Anlage ist ein einzigartiges Industriedenkmal der Region.

Im Pavillon wird anhand von Schautafeln und Exponaten die geologische Entstehung der Tonlager bis hin zur Rekultivierung der „ausgetonten Abbauflächen“ erläutert. Mit Hilfe von Fotos, Filmen und historischen Exponaten wird die Geschichte des Tonabbaus im Westerwald vom Mittelalter bis in die Gegenwart dokumentiert. Viele der Handarbeitsgeräte sind robust. Man kann die Werkzeuge der Tongräber, wie „Stech“, „Hacke“, „Spieß“ oder den Pressluftspaten selbst in die Hand nehmen. Oder man kurbelt an einer alten Haspel, um so am eigenen Leib einen Eindruck von der schweren Arbeit der Tongräber zu erhalten.

Das Museum ist von April bis November, immer mittwochs, 14:30–17:30 Uhr geöffnet. Auf Wunsch bietet der Tonbergbauverein auch ganzjährig Führungen für alle Altersgruppen nach Vereinbarung an. Ein besonderes Angebot richtet sich an Grundschulen (Klassenstufe 4) und Orientierungsstufen. Für diese Gruppen wurde ein besonderes museumspädagogisches Programm entwickelt, das die Thematik „Ton im Westerwald“ in anschaulicher Form und mit aktiven Elementen näherbringt.