Museum Sickingerhöhe Queidersbach

Blick in die Ausstellung mit Porträt des Freiherrn Karl Anton von Sickingen in einem originalen Rahmen aus dem 18. Jahrhundert. Das um 1730 entstandene Ölgemälde erinnert an eine bedeutende Persönlichkeit der regionalen Geschichte.
© Menzel, 2023

Das Museum wurde 1976 zur 1000-Jahr-Feier Queidersbachs eröffnet. Es befindet sich in einem 1836 erbauten ehemaligen Schulhaus, das zugleich als Rathaus dient. Die kleine Glocke im Turmaufsatz erfüllte im 19. Jahrhundert, als das Dorf noch keine eigene Kirche besaß, zahlreiche Aufgaben und prägte den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner.

Auf rund 600 m² Ausstellungsfläche präsentiert das Museum heute eine Sammlung von fast 6.000 Objekten. Diese reichen von der Frühgeschichte bis in die jüngste Vergangenheit und geben Einblicke in die Entwicklung von Ort und Region.

Zu den Schwerpunkten der Ausstellung zählen der Fronhof des Klosters Hornbach, die Wiederbesiedlung des Sickinger Landes Ende des 17. Jahrhunderts, die örtliche Schulgeschichte sowie die ehemalige Freilichtbühne. Ein besonderes Augenmerk gilt zudem den Veränderungen in der Landwirtschaft auf der Sickinger Höhe seit dem 18. Jahrhundert, die wesentlich zum Wohlstand vieler bäuerlicher Familien beitrugen.

Auch die Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts nimmt einen wichtigen Platz in der Ausstellung ein. Ein eigener Raum vermittelt einen Eindruck vom Leben dieser Zeit. Zu den bemerkenswerten Exponaten zählen ein Alkoven mit Ofenstein und eine quergeteilte Haustür – ein selten erhaltenes Ensemble aus der Zeit um 1780.

Aus der Zeit der Sickinger Herrschaft kann das Museum unter anderem ein Bildnis des Freiherrn Karl Anton vorweisen. Das Ölgemälde im Originalrahmen entstand um 1730. Der 1773 in den Reichsgrafenstand erhobene Freiherr wurde in seinen späteren Jahren zur tragischen Figur im Familiendrama der Familie Sickingen – ein Stoff, der auch Schiller zu seinem Werk „Die Räuber“ inspirierte. Für das Verständnis der Wiederbesiedlung ebenfalls von Bedeutung ist die sickingsche „Polizeyordnung“ von 1732, verfasst vom Amtsmann Frebus. Ein Pilasterkapital mit Rokokowappen von etwa 1760 stammt von einem sickingschen Amtshaus.

Auch die Münzen- und Medaillensammlung greift die zentralen Themen der Ausstellung auf. Zu den herausragenden Objekten zählen die Silbermedaille Franz von Sickingens von 1521, Münzprägungen aus der Kurpfalz und Pfalz-Zweibrücken sowie der große, 1923 entdeckte Münzschatz vom Klosterhof, der in einer Münzreihe dokumentiert wird.

Das Museum Sickingerhöhe versteht sich heute weniger als reines Dorfmuseum, sondern orientiert sich an der Geschichte der Region Sickingerhöhe. Die jahrhundertelangen historischen Verbindungen zu den Nachbargemeinden Bann, Linden und Krickenbach sowie zu Landstuhl als Hauptort finden dabei besondere Berücksichtigung.