Klosterruine und Museum der Disibodenberger Scivias Stiftung

Innenhof mit dem Eingangsbereich des Museums
© Ulrike Lindemann

Bereits bei den Kelten war der Disibodenberg ein Heiligtum, die Römer nutzten ihn als Grab- und Weihebezirk. Seinen Namen hat der Disibodenberg aber dem iro-schottischen Wandermönch Disibod, der als Gründervater des Klosters um 650 gilt, zu verdanken.

In der Folgezeit wurde das mittelalterliche Kloster in mehreren Bauabschnitten ausgebaut: Um 1000 gründeten Augustiner auf dem Disibodenberg ein Chorherrenstift, ab 1100 errichteten Benediktiner eine Klosteranlage mit Basilika, drei Kapellen, Kreuzgang und -garten, Kapitelsaal, Schlafräumen, Küche und Werkstätten. Das war die Zeit, in der auch Hildegard von Bingen rund 40 Jahre in einer Klause auf dem Disibodenberg zubrachte. Ab 1300 fügten Zisterzienser noch beachtliche Großbauten hinzu.
1560 von den Möchen aufgegeben, verfiel das Kloster allerdings zusehends und wurde von den umliegenden Gemeinden als Steinbruch genutzt. Erst mit der Privatisierung des Geländes ab 1812 wurde dieser Raubbau gestoppt.

Heute befindet sich die Anlage im Besitz der privaten Disibodenberger Scivias-Stiftung. Sowohl die Klosterruine Disibodenberg als auch der integrierte romantische Landschaftspark von 1840 stehen unter Denkmalschutz und erstrecken sich über eine Fläche von 20.000 qm. Im archäologischen Museum werden steinerne Zeugen aus zwei Jahrtausenden gezeigt.