Burg Reichenstein

Burg Reichenstein, auch „Falkenburg“ genannt, thront oberhalb von Trechtingshausen auf einem vorspringenden Felsstück. Die 1213 erstmals urkundlich erwähnte Burg blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Im 13. Jahrhundert gehörten die Burgvögte zu den berüchtigtsten Raubrittern des Mittelalters. Erst König Rudolf von Habsburg setzte dem Raubrittertum mit der Belagerung und Zerstörung der Burg im Jahr 1282 ein Ende. Die Burg, deren Besitzer mehrfach wechselten, erlebte im Laufe der Jahrhunderte noch mehrere Zerstörungen, wurde aber aufgrund ihrer strategischen Lage immer wieder aufgebaut. Erst nach der Zerstörung durch die Franzosen 1689 und dem Aussterben des Geschlechts derer von Reichenstein geriet die Burg in starken Verfall.

Mit dem Erwerb der Ruine durch die Adels- und Industriellenfamilie Kirsch-Puricelli im Jahr 1899 konnte der Verfall schließlich gestoppt werden. Im Zuge der Rheinromantik ließen die neuen Burgherren Reichenstein in neugotischer Form wieder auferstehen.

Das Burgmuseum, das fast ausschließlich auf die Sammlungstätigkeit der Familie Kirsch-Puricelli zurückgeht, präsentiert Jagdtrophäen aus vier Kontinenten, Waffen, Rüstungen sowie die größte Taken- und Ofenplattensammlung in Rheinland-Pfalz. Möbel, Gemälde und Wandteppiche des 17. und 18. Jahrhunderts zieren unter anderem Rittersaal, Musikzimmer und Bibliothek, ein Wohnzimmer und den Salon. Darüber hinaus kann die neugotische Kapelle mit barocken Paramenten, Bildwerken, spätgotischen Schnitzfiguren und einem Altaraufsatz aus dem 16. Jahrhundert besichtigt werden.

Gut zu wissen:

Das Obere Mittelrheintal bietet sich für eine Wanderung an: Der Rhein-Burgen-Weg und der Soonwaldsteig führen direkt an Burg Reichenstein vorbei. Der Besuch von Burg Reichenstein kann mit dem Besuch von Burg Rheinstein verbunden werden.