Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum Mainz

Religiöse Kunst aus zwei Jahrtausenden

Das Dommuseum am gotischen Kreuzgang des Domes ist mit 3.000 qm das zweitgrößte kirchliche Museum Deutschlands. In einer Abfolge historischer Räume aus dem 11.–15. Jh. präsentiert es religiöse Kunst aus zwei Jahrtausenden, die einst zur Ausstattung der Kathedrale oder der Kirchen des Bistums gehörte. 

Die reichen Bestände an früh- und hochmittelalterlicher Steinskulptur werden in den unterirdischen Gewölbehallen gezeigt (aufgrund von Sanierungsarbeiten bis Anfang 2020 nicht zugänglich). Im älteren Teil der Anlage, der aus dem 11. Jahrhundert stammt, wird die Frühzeit des Erzbistums Mainz vorgestellt. Im anschließenden Saal aus der Zeit um 1200  werden Hauptwerke der deutschen Frühgotik gezeigt.

Im Kreuzgang-Obergeschoss aus der Zeit um 1400, durch dessen hohe Maßwerkfenster sich ein grandioser Blick auf die Südseite des Domes bietet, setzt sich der Rundgang fort.  Im Ostflügel der Anlage verdeutlichen eine sechs Meter hohe, um 1519 entstandene Kreuzigungsgrup­pe und weitere Kruzifixe aus acht Jahrhunderten den Wandel in der Darstellung des Gekreuzigten. Weitere, durch entsprechende Symbole gekennzeichnete Werke bieten eine thematische Erschließung der Räume an, sei es zum Marienbild im Wandel der Epochen oder zur Bistums- oder Domgeschichte. So entfaltet sich das Panorama einer von Aufbrüchen gekennzeichneten Epoche im Spannungsfeld von Ablaß und Reformation, für die stellvertretend die anspruchsvoll illustrierte Ablaß-Urkunde der Mainzer Sebastiansbruderschaft (um 1484/85) oder das Porträt des Kardinals Albrecht von Brandenburg als Heiliger Martin (Simon Franck, 1543) genannt seien. In der der anschließenden „Dunkelkammer“ präsentiert das Dommuseum eine Auswahl seiner schönsten Bildteppiche und liturgischer Gewänder aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

Mainzer Domschatz

Der Mainzer Domschatz galt über Jahrhunderte hinweg als einer der kostbarsten des Abendlandes und spiegelte damit die Bedeutung der größten Kirchenprovinz in Mitteleuropa wider. Bedingt durch Kriege und Umbruchzeiten hatte sich davon nur ein kleiner Teil erhalten, der mit dem Ende des alten Erzbistums schließlich verpfändet wurde. Im Verlauf des 19. Jh. erneuerte sich der Domschatz durch die Aufnahme liturgischer Geräte aus Kirchen und Klöstern des Bistums sowie durch Grabfunde, die in Folge umfangreicher Renovierungsarbeiten im Dom vor und nach 1900 erfolgten. Heute besteht der Domschatz wieder aus einer Vielzahl herausragender Goldschmiedearbeiten und wird in der spätgotischen Nikolaus-Kapelle präsentiert.

Die neu konzipierte Ausstellung in der Domschatzkammer zeigt die wechselvolle Geschichte des Schatzes. Das aus byzantinischer Seide gefertigte Messgewand von Erzbischof Willigis († 1011) oder der aus der Cranach-Werkstatt stammende Hochaltar der Stiftskirche zu Halle sind nur zwei der bedeutenden Stücke. In der Kapelle des 15. Jh. sind Meisterwerke der Goldschmiedekunst versammelt. Ihre Verwendung in der Liturgie hat ihre Aufstellung vorgegeben: Sie stehen für die Sieben Sakramente und damit für entscheidende Wendepunkte im Leben eines Christen. Zeitgenössische Goldschmiedearbeiten stehen dabei neben romanischen Kruzifixen und Weihwassergefäßen, liturgischen Büchern mit gotischen Prunkdeckeln oder prächtigen barocken Strahlenmonstranzen. Zusammen mit einer Auswahl von Messkelchen und anderem liturgischem Gerät geben sie einen repräsentativen Überblick auf diese wichtige Gattung christlicher Kunst.

Gut zu wissen:

Zum Dom- und Diözesanmuseum gehört auch eine museumspädagogische Werkstatt, die für vielfältige Aktivitäten, vor allem im Rahmen des Kinder- und Familienprogramms, genutzt wird. Die barocke Kapitelstube dient kleineren Veranstaltungen mit stilvollem Ambiente. Sonderausstellungen finden auf 800 qm in den Kapitelsälen, den ehemaligen Versammlungsräumen des Domkapitels, statt.