Stadtmuseum Andernach

Ehemaliger Stadtpalast mit aufwänder, farbig gefasster Front, in dem sich das Stadtmuseum befindet, zwei Frauen stehen vor dem Eingang
© 90Grad Photography / Hilger & Schneider GbR

Ein um 1600 von Georg von der Leyen erbauter Adelshof beherbergt das 1936 gegründete Andernacher Stadtmuseum mit seinen Sammlungen zur Stadt- und Heimatgeschichte von der Vorgeschichte bis ins 19. Jahrhundert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der römischen Epoche, als Andernach ein militärischer Stützpunkt war. Die Stadt wurde durch eine Mauer und Soldaten geschützt. Innerhalb des Castellum Antunnacum wurden riesige Kornspeicher gebaut. Große Getreidemengen kamen per Schiff aus Britannien zur Versorgung des Hafenortes und des Steinbruchreviers im Hinterland. Erkenntnisse aus jüngsten Ausgrabungen sind in einem Dokumentarfilm mit aufwändigen 3D-Rekonstruktionen zu sehen.

Die merowingischen Herrscher unterhielten in Andernach einen gut besuchten Königshof. Archäologische Ausgrabungen brachten zahlreiche Grabbeigaben wie Perlenschmuck, Schwerter, Trinkgläser und Keramik ans Tageslicht. Das Stadtmuseum Andernach verfügt auch über eine Vielzahl frühchristlicher Grabsteine. Aus dem Mittelalter und der Neuzeit stammen Urkunden, Stiche und Gemälde mit alten Ansichten, Bücher und Portraits, Krüge, Zinngeschirr und Ofenkacheln.

Im Museum gibt es nicht nur viel zu sehen. Kleine Forscher, die sich einmal wie ein Römer kleiden möchten, können das bei uns tun. Auch die Handmühle lädt kleine und große Besucher dazu ein, Mehl selbst zu malen. In einer Führung erfahren die 6 bis 11-jährigen Besucher viel Interessantes zum Alltagsleben der Antunnacenser. Die römische Vergangenheit Andernachs, vor allem die aktuelle Ausgrabung auf dem Schumacher-Gelände, wird im Museum erforscht und in Sonderausstellungen präsentiert.