Ende August öffnete das Schloss Villa Ludwigshöhe in Edenkoben nach umfangreicher Sanierung wieder seine Türen. Nun erstrahlt die Villa in neuem Glanz und bietet den Besucherinnen und Besuchern neben der Neupräsentation der Ausstellungsräume auch ein modernes Besucherkonzept mit Audio- und Videoguide. Alle Etagen sind jetzt über einen Aufzug barrierefrei erreichbar und die historischen Räume laden zur eigenständigen Erkundung ein. Freuen Sie sich auf die Wiedereröffnung und den Genuss von “La Dolce Vita” in der Pfalz.
„Eine Villa italienischer Art, nur für die schöne Jahreszeit bestimmt und in des Königreichs mildestem Teil“ – diesen Wunsch verwirklichte sich König Ludwig I. von Bayern mit Schloss Villa Ludwigshöhe, das inmitten von Weinbergen und Esskastanienhainen oberhalb der Stadt Edenkoben thront.
Die Villa wurde in den Jahren 1846 bis 1852 nach Plänen des königlichen Hofarchitekten Friedrich von Gärtner errichtet. Im Juli 1852 reiste der mittlerweile abgedankte König mit seiner Gemahlin Therese erstmals zu sechs Wochen Sommerfrische an und besuchte die Villa bis zu seinem Tod 1868 jeden zweiten Sommer.
Die Anlage setzte sich aus drei Gebäuden zusammen: dem „Königsbau“, auf dem höchsten Punkt unterhalb der Ruinen der Rietburg gelegen, dem etwas tiefer gelegenem „Cavalierbau“, auch „Prinzenbau“ genannt, für Personal und Hofstaat sowie dem Marstall mit Remisen und Stallungen. Das Hauptgebäude, der Königsbau, besteht aus vier Flügeln, die als geschlossenes Rechteck einen schattigen Innenhof umschließen. Die Schauseite zum Rheintal hin wird geprägt von der zweistöckigen Loggia mit übereinander gestellten dorischen und ionischen Säulen und doppelläufiger Freitreppe. Eine seitlich angebaute Halle mit Pergola, die ursprünglich mit Wein bewachsen war, lockert die strenge Gliederung auf.
Die überraschend südländischen Eindrücke der äußeren Architektur setzen sich im Inneren mit kunstvoll zusammengesetzten Edelholzböden und kostbaren Wand- und Deckenmalereien fort. Die Bemalung der Decken stammt noch aus Ludwigs Zeit. Ein Teil der Wandmalerei hingegen – sie verbindet Motive nach pompejanischem Vorbild mit solchen aus der pfälzischen Umgebung – entstand erst 1899 unter dem Prinzregenten Luitpold. Besondere Erwähnung verdient die Küche – ein „Hightechprodukt“ des 19. Jahrhunderts. Sie ist als geschlossenes, einheitliches Raumensemble nahezu unverändert erhalten.
Das Land Rheinland-Pfalz erwarb die Villa 1975 aus dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Von 2019 bis 2025 fanden die bisher umfangreichsten Sanierungsmaßnahmen statt, die den gesamten Bau betrafen.
Aus den reichen Beständen der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz wird auf Schloss Villa Ludwigshöhe eine exemplarische Auswahl von drei wesentlichen Künstlern der Region gezeigt: Max Slevogt, der deutsche Impressionist, der in der Pfalz seine Wahlheimat fand. Er pendelte regelmäßig zwischen der Kunstmetropole Berlin und dem Landgut Neukastel, das oberhalb des Weinortes Leinsweiler unweit der „Villa Ludwigshöhe“ gelegen ist. Hier entstanden zahlreiche Gemälde, die die charakteristische Landschaft der Pfalz zeigen. Rolf Müller-Landau war direkt nach dem Zweiten Weltkrieg einer der aktivsten Maler in der Region, der die ersten Schritte zur Gründung der Künstlergemeinschaft „Pfälzische Sezession“ unternahm. Der aus Neustadt an der Weinstraße stammende Otto Dill, ist der dritte im Bunde. Er gilt neben Max Slevogt als weiterer großer Pfälzer Maler aus der Münchner Schule und wurde vor allem für seine Tierdarstellungen bekannt.
Nach dem Besuch bietet sich eine Fahrt mit der Seilbahn „Rietburgbahn Edenkoben“ zur Ruine der Rietburg an. Die Seilbahn hat saisonale Öffnungszeiten. Von der Rietburg können Sie einen herrlichen Rundblick genießen oder in der Höhengaststätte eine Pause einlegen. Ein markierter Rundweg (Gehzeit rund 1 h) sowie weitere Wanderwege ab der Rietburg durch den Pfälzer Wald laden zu einem Spaziergang oder einer Wanderung ein.
Schloss Villa Ludwigshöhe
Villastraße 64
67480 Edenkoben
Telefon: 06323 930 16
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Wiedereröffnung des Schlosses Villa Ludwigshöhe am 29. August 2025 / Öffnungszeiten (gültig ab 30. August 2025) 15. März – 31. Oktober: Mittwoch bis Sonntag und Feiertage: 10 – 18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr) | 01. – 30. November: Samstag, Sonntag und Feiertage: 10 – 17 Uhr (letzter Einlass 16 Uhr) | 01. Dezember – 14. März geschlossen!
Kinder bis einschließlich 5 Jahre erhalten freien Eintritt. Rabatte für Gruppen ab 10 Personen.
Videoguide in Gebärdensprache sowie Audioguide in Leichter Sprache vorhanden. Führungen in leichter Sprache sind auf Anfrage über die Kulturpädagogik buchbar (Tel. 0261 6675-4826 (Di - Fr) , kulturpaedagogik-pfalz(at)gdke.rlp.de)
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