Heimatmuseum Ältestes Haus

Das Heimatmuseum "Ältestes Haus" in einem historischen Fachwerkhaus;
© Andrea Clemens

Das Heimatmuseum Ältestes Haus in Haßloch ist ein stattlicher Fachwerkbau von 1599. Die großzügige Dreiseitanlage diente ehemals als landwirtschaftliches Anwesen mit Wohnhaus, Scheune, Stall und Garten. Noch heute ist hier eine Besonderheit zu bewundern: Die Hausrebe wurde innerhalb der Mauern gepflanzt, aus dem Gemäuer herausgeführt und an den Außenwänden des Gebäudes angebunden. Dadurch konnten durch das hohe Grundwasser bedingte Feuchtschäden an der Bausubstanz durch die natürliche Entwässerung des Untergrundes vermieden werden.

Das Museum besitzt eine beachtenswerte Sammlung mit ortsgeschichtlichen und volkskundlichen Schwerpunkten. Bäuerliche, handwerkliche und hauswirtschaftliche Geräte und Handarbeiten sowie ein Bauerngarten dokumentieren das Landleben des 17. bis 20. Jahrhunderts in Haßloch und Umgebung. Alte Spinnräder, Haspelkufen und Webstühle sind heute Zeugen der textilen Handwerkskunst. Im Gewölbekeller des Ältesten Hauses findet der Besucher noch Gerätschaften, die zum Weinbau verwendet wurden. Nachbildungen der bekannten Bronzeräder von Haßloch, die zu den bedeutendsten Funden aus der Hallstattzeit (1000 bis 500 v. Chr.) gehören, werden ebenfalls im Heimatmuseum ausgestellt. Die Originale sind im Historischen Museum der Pfalz in Speyer zu besichtigen.

Das Älteste Haus vermittelt einen lebhaften Eindruck von einer Zeit, die längst vergangen, aber nicht vergessen ist. Die Einrichtung entspricht der eines bäuerlichen Anwesens Ende des 19. Jahrhunderts. In Großmutters Küche finden regelmäßig Kurse für Kinder statt, die ihnen die alten handwerklichen Künste wie Käse machen, Butter leiern oder einen Waschtag wie vor hundert Jahren näher bringen. Im oberen Stockwerk wird Schule anno dazumal präsentiert. Die Schulbänke stammen aus den Jahren 1920 bis 1950 und lassen bei so manchem Besucher Erinnerungen an die eigene Schulzeit wach werden. Im Kinderzimmer werden Spielzeuge für Jungen und Mädchen aufbewahrt. Ein besonderer Schatz ist das filigrane Modell-Karussell, das ein Haßlocher Großvater seinen Enkeln 1920 in detailverliebter Handarbeit gebaut hat.