Die SchUM-Gemeinden haben im Mittelalter das gesamte europäische Judentum geprägt und sind heute UNESCO-Welterbe. Dieselben Orte, die einst helle Zentren voller Wissen, Kultur und Glaube waren, wurden auch Zeugen dunkler Episoden der Verfolgung, Ausgrenzung und Vernichtung. Berührende Objekte, eindrucksvolle Biografien und Spuren von Zerstörung und Neubeginn eröffnen im Landesmuseum Mainz neue Blicke auf das Miteinander der jüdischen und der nicht-jüdischen Gesellschaft. Erleben Sie die lange, reiche und untrennbar mit Rheinland-Pfalz verwobene jüdische Geschichte.
Die Ausstellung widmet sich dabei auch dem Landjudentum, das sich abseits der großen Zentren am Rhein entfaltete und über Jahrhunderte das Gesicht der Region prägte. In kleinen Gemeinden, zwischen Kirchturm und Dorfplatz, entstanden Synagogen und Friedhöfe, die noch heute von diesem Alltag erzählen. Hier lebten Jüdinnen und Juden als Minderheit inmitten der Mehrheitsgesellschaft – oft gezwungen, sich anzupassen, und zugleich fest entschlossen, ihre eigenen Traditionen zu bewahren. Diese Balance zwischen Nähe und Eigenständigkeit verlieh den Gemeinschaften eine besondere Stärke. Sichtbar wird auch die Rolle der Frauen, die schon zu früher Zeit in Familie, Religion und Handel selbstbewusst Verantwortung übernahmen – ein Bild von Eigenständigkeit, das seiner Zeit voraus war. So entfaltet „Shalom am Rhein“ ein lebendiges Panorama jüdischen Lebens zwischen Integration und Ausgrenzung, Stadt und Land, Tradition und Erneuerung.
Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49 - 51
55116 Mainz
Telefon: 06131 28 57 0
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