18.5.2024–15.9.2024
Künstlerinnen l Leben. Werke
Koblenz 1850 - 2000
Mittelrhein-Museum Koblenz

Die Ausstellung zeigt ab 18. Mai eindrücklich den enormen Wandel in der Koblenzer Kunstwelt, was die Möglichkeit der Teilhabe von Frauen angeht.

Zum ersten Mal präsentiert eine Ausstellung die weibliche Seite der Koblenzer Kunstgeschichte. Welche Künstlerinnen haben in Koblenz gewirkt? Wie verlief ihre Ausbildung, wie ihre Karriere? Ausgehend von der Sammlung des Mittelrhein-Museums und ergänzt mit Leihgaben, präsentiert diese Ausstellung ausschließlich Kunst von Frauen mit Werken, die zwischen 1850 und 2000 entstanden. Waren es im 19. Jahrhundert noch wenige isolierte Einzelgängerinnen, so ist heute gut die Hälfte der Künstlerschaft weiblich. Dazwischen liegt eine Entwicklung von 150 Jahren, in denen sich Frauen peu à peu ihren Platz eroberten in einer Kunstszene, in der vornehmlich Männer über Ausbildungsplätze, Ausstellungsmöglichkeiten oder Ankaufsetats entschieden. Ein wichtiger Wendepunkt war die Zulassung von Frauen zum Studium an Kunstakademien in den 1920er Jahren, doch in der Praxis konnten Frauen noch lange Zeit „wegen Platzmangels“ zugunsten von Männern abgelehnt werden.

Mit ihren Lebensentwürfen und Werken werden dreißig ausgewählte Künstlerinnen vorgestellt, denen es gelang, sich unter den jeweiligen gesellschaftlichen und (kultur-)politischen Rahmenbedingungen künstlerisch zu verwirklichen. Die Strategien waren hierbei so vielfältig wie ihre Persönlichkeiten. Sie changierten zwischen größtmöglicher Kompromissbereitschaft und radikaler Abkehr von gesellschaftlichen Erwartungen.

Die Ausstellung erinnert nicht nur an regionale Persönlichkeiten wie Lucia Schmidt (1891-1976), Ina Stein-Wiese (1910-1966) oder Gisela Schmidt-Reuther (1915-2009), sondern zeigt auch Werke international bekannter Künstlerinnen, die mit Koblenz in Verbindung zu bringen sind, wie Gabriele Münter (1877-1962), Emy Roeder (1890-1971), Jacqueline Diffring (1920-2020), RISSA (*1938) und Christiane Löhr (geb. 1965).