Rheinisches Eisenkunstguss-Museum || Denkmalareal Sayner Hütte

Blick auf das Denkmalareal Sayner Hütte mit Krupp'scher Halle und Gießhalle.
© Stiftung Sayner Hütte (Foto: Thomas Naethe)

Das Rheinische Eisenkunstgussmuseum ist 2020 auf die Sayner Hütte umgezogen und in die Trägerschaft der Stiftung Sayner Hütte übergegangen. Damit sind die Sammlungsstücke so zu sagen an ihren Herstellungsort zurückgekehrt. Einst gehörte die Sayner Hütte neben Gleiwitz (heute: Gliwice) und Berlin zu den drei großen königlich-preußischen Eisenhütten. Diese stellten Eisenkunstguss von so hoher Qualität her, dass andere Hüttenwerke, dieses sogenannte „Berliner Eisen“ zu kopieren versuchten.

Bis das Museum seine neuen Ausstellungsräume bezieht, wird die Sammlung in Teilen weiterhin präsentiert und vielfältigen Besuchergruppen auf eine überraschende und interaktive Art nahegebracht werden. Interimsort für das von der Dr. Hans Riegel-Stiftung unterstützte Projekt „Bunte Güsse – Die Sammlung fast ohne Eisen“ ist das Besucherzentrum Sayner Hütte.

Das Ausstellungs- und Werkstatt-Projekt “Bunte Güsse” nach einem Konzept von Carlotta Werner und Anna Heidenhain wählt einen haptischen und spielerischen Vermittlungsansatz, der zum Mitmachen anregt und generationsübergreifend die Besucher*innen anspricht.  

Das Herzstück der Ausstellung bildet daher die Zuckergießwerkstatt. Hier können die Besucher, individuell oder in Gruppen, bunte Zuckerabgüsse von ausgewählten Sammlungsstücken anfertigen. Diese stehen mit ihrer Farbigkeit und Transparenz im reizvollen Kontrast zur Materialität der originalen Eisenobjekte.  

Die gegossenen Elemente setzen die Besucher*innen dann zu neuen und fantastischen Skulpturen zusammen. Durch das Abgießen und das Collagieren der einzelnen Elemente wird der Herstellungsprozess der Eisenkunstgussobjekte unmittelbar erfahrbar und regt das Verständnis an. Denn auch die Produkte der Sayner Hütte konnten nach Musterbüchern und auf Kundenwunsch zusammenstellt werden. Die Besucher*innen fertigen so in den anmeldepflichtigen Workshops ihr ganz individuelles und zuckersüßes Souvenir ihres Museumsbesuchs an. Diese können entweder im Museum die Sammlung ergänzen oder mit nach Hause genommen werden.  

Gut zu wissen:

Zur Erkundung des gesamten Denkmalareals ist für Familien mit Kindern jederzeit an der Kasse der kostenlose Flyer „Hütten-Rallye“ erhältlich. Was zischt, plätschert, schlägt denn da? Was rufen die Hüttenarbeiter? Und war das da gerade ein Wiehern? Wo sind die Kugeln, auf denen der Kran läuft? Was schaufeln die Arbeiter in den Ofen? Das genaue Hinhören und Hinschauen hilft Hüttenklänge und Hüttenteile zu identifizieren und auf dem Arbeitsbogen einzutragen. Hast Du alles entdeckt und richtig zugeordnet? Dann gibt´s an der Kasse eine Belohnung!

Mit dem Hüttenjungen Toni geht es außerdem auf Entdecker-Tour durch Sayn. Wir lassen den Kinderarbeiter Toni, der tatsächlich mit seiner Familie in Sayn lebte und auf der Sayner Hütte arbeitete, zu Wort kommen: Wie sah der Arbeitstag auf der Sayner Hütte vor über 100 Jahren aus? Gemeinsam folgen wir den Spuren des 12-jährigen Toni. Zum Glück hat uns Toni seinen Rucksack hinterlassen, mit vielen wichtigen Dingen drin und dazu einen Brief. Damit gehen wir auf Entdecker-Tour von der Hütte bis zur Heins Mühle. Wir erfahren wo Toni gearbeitet hat, wie er und seine Familie lebten. Er berichtet uns auch, wer den Arbeiterkindern Schuhe schenkte. Und erklärt uns, was das mit dem Schlachtruf an Karneval zu tun hat. Vielleicht finden wir auch heraus, was in seinem Henkelmann drin war. An der letzten Station gibt´s für alle einen Entdeckerbogen zum Ausfüllen. Mal sehen, ob alle unterwegs gut aufgepasst haben.