20.5.2021–24.4.2022
Unterirdische Beziehungskisten
Mykorrhizapilze
Pfalzmuseum für Naturkunde (POLLICHIA-Museum)

Blick in die Ausstellung
© Pfalzmuseum für Naturkunde
Die Sonderausstellung des Pfalzmuseums für Naturkunde geht einer besonderen Beziehungskiste auf den Grund: der Verbindung zwischen Pilz und Pflanze.

Alle kennen es: nach regenreichen Tagen sprießen sie im Herbst plötzlich überall aus dem Boden: Pilze! Doch was man dort sieht, sind nur die Fruchtkörper der Pilze, der größte Teil eines Pilzes befindet sich als Geflecht von Pilzfäden (Myzel) unter der Erde. Zahlreiche Pilze stehen in einem unterirdischen Stoffaustausch mit Pflanzenwurzeln. Diese Symbiose aus Pilz und Pflanze, bei der beide Partner voneinander profitieren, nennt man Mykorrhiza.

Wussten Sie, dass rund 90 % aller bekannten Pflanzen fähig sind, mit Pilzen eine Mykorrhiza auszubilden? Was genau die Mykorrhiza ist, welche Ausprägungen es gibt und was sie so erfolgreich gemacht hat, dass sie von zahlreichen Pflanzen genutzt wird, sind nur ein paar Fragen rund um dieses Thema, denen in der Ausstellung auf den Grund gegangen wird.

Die Sonderausstellung führt die Museumsgäste von allgemeinen Informationen über den Aufbau von Pilzen und deren Unterschied zu Pflanzen und Tieren über das Thema Speisepilze (die oft Mykorrhizapilze sind), bis hin zu den Details der Mykorrhiza. Die Ausstellung zeigt verschiedene Exponate aus der Sammlung der POLLICHIA. Neben Dioramen mit zahlreichen Pilzmodellen werden auch Tischvitrinen mit Objekten aus der botanischen und auch zoologischen Sammlung zu sehen sein. Bereichert wird die Ausstellung durch Installationen des Künstlers F. Eicher aus Bad Dürkheim. Er hat eigens für die Ausstellung Kunstobjekte kreiert, die die wissenschaftlichen und spannenden Fakten rund um das Thema Mykorrhiza auch auf ästhetische und künstlerische Weise beleuchten.

Viele Menschen kommen wohl „über den Magen“ an das Thema Pilze und die meisten von ihnen haben vermutlich bereits Mykorrhizapilze gegessen, ohne es gewusst zu haben. Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge – sie alle sind Mykorrhizapilze, die mit bestimmten Pflanzen eine Symbiose eingehen. Für Pilzsammler ist es sicherlich interessant zu wissen, dass diese Pilze also nur bei ihrem pflanzlichen Mykorrhizapartner zu finden sind.

Von der Oberfläche geht es nun in die Tiefe. Welche verschiedenen Mykorrhiza-Ausprägungen gibt es? Sieht jede Mykorrhiza gleich aus oder ist sie je nach beteiligten Partnern unterschiedlich? Läuft es immer harmonisch zwischen den Mykorrhiza-Partnern oder gibt es auch Ausnutzer dieser Verbindung? Und warum ist Mykorrhiza überhaupt interessant für uns Menschen? Tatsächlich wird sie im Gartenbau und in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt. Der Einsatz von Mykorrhiza kann Dünger und Pestizide sparen. Selbst für den eigenen Garten ist die Mykorrhiza eine Option. Aber wie genau kann so eine Anwendung aussehen? Das verrät die Sonderausstellung „Unterirdische Beziehungskisten – Mykorrhizapilze“ im Pfalzmuseum für Naturkunde – POLLICHIA-Museum.