9.3.2020–2.8.2020
Strandspaziergänge in Alzey und anderswo ...
Museum der Stadt Alzey

Das Museum Alzey macht sich auf zu einem Strandspaziergang. Ziel ist eine idyllische von vorgelagerten Inseln geschützte Meeresbucht westlich von Alzey, wo man noch heute Strandgut finden kann.

Mit dem Fossiliensammler Dr. Bernd Werner aus Altrip macht sich das Museum Alzey für seine nächste Sonderausstellung auf zu einem Strandspaziergang vor der Haustüre. Ziel ist eine idyllische von vorgelagerten Inseln geschützte Meeresbucht mit feinem gelb-ockerfarbenem Sand westlich von Alzey. Dort, wo sich vor etwa 30 Millionen Jahren bei Neu-Bamberg die Bucht in das Festland einschmiegte, lassen sich – das zeigen die beeindruckenden Exponate aus den Sammlungen von Dr. Werner und Robert Noll aus Tiefenthal –  auch heute noch fundreiche Strandspaziergänge unternehmen.

Schwerspatkristalle, die auch „Sandrosen“ bilden, haben hier vor allem kugelige, manchmal auch kunstvolle und die Fantasie anregende Konkretionen gebildet. Die sogenannten „Steinhardter Erbsen“ mit ihren vielfältigen fossilen Inhalten gehören zum Fundgut der seit 40 Jahren durchgeführten Strandspaziergänge.

Meist verborgen eröffnet sich nach harter Arbeit und aufwendiger Präparation die Welt eines verschwundenen subtropischen Meeresparadieses. Alles, was das Meer an den Strand gespült hat: Muscheln und Schnecken, Knochen von Seekühen, Fischreste, Zähne von Haien und Rochen und jede Menge Treibholz. Die Flora, die auch mit Palmenresten belegt ist, besticht durch eine große Artenvielfalt. Besonders reizvoll: Die Diversität der wunderbar erhaltenen Kiefernzapfen, die aussehen, als seien sie gerade vom Baum gefallen. Fehlen nur noch große Meeresschildkröten, die diesen Strand regelmäßig aufsuchen – oder? Nach Millionen von Jahren eröffnet sich eine von Menschen völlig unberührte und doch zugleich sehr vertraute Welt.