22.9.2019–5.1.2020
Nicht von Pappe!
Fritz-von-Wille-Museum im Haus Beda

Kunstwerk von Simon Schubert
© Simon Schubert, Galerie Thomas Modern
Entdecken Sie sechs ausgewählte Künster, die die Haptik und Ästhetik der Materialen auf jeweils besondere Art vor Augen führen.

Im September 2009 startete mit der Neuen Galerie in den damals frisch renovierten Galerieräumen ein Ausstellungsprogramm, das inzwischen weit über die Grenzen Bitburgs hinaus das Haus Beda als Ort für anspruchsvolle zeitgenössische und moderne Ausstellungen etabliert hat. Das Motto der Herbstausstellung bringt es auf den Punkt: Was Nicht von Pappe! ist, kann sich sehen lassen. An die erste Ausstellung Martin Noël - Malerei Hölzer Zeichnungen Druckgraphik wird im Foyer erinnert: Als Hommage an Martin Noël (1956 - 2010) werden zum Auftakt der Ausstellung Nicht von Pappe! einige große Holzschnitte des beeindruckenden Künstlers gezeigt, der ein Jahr nach der Eröffnungsausstellung leider früh verstarb.

Passend zu Noëls Arbeiten auf Papier konzentriert sich die weitere Ausstellung auf die WERKSTOFFE Papier und Pappe. Dazu werden sechs ausgewählte Künstler gezeigt, die die Haptik und Ästhetik der Materialen auf jeweils besondere Art vor Augen führen. Martin Spengler schnitzt aus verklebter Wellpappe detailreiche Reliefs von Kathedralen und Hochhäusern. Xue Liu benutzt bereits gebrauchte Kartons als sichtbaren Malgrund für seine Portraits, Sportler und Flaneure. Werner Müller (Ramboux-Preis Trier 1996) verformt Wellpappe zu alltäglichen Objekten und bearbeitet deren Oberfläche malerisch. Simon Schubert faltet einfaches weißes Papier präzise und ausdrucksstark, so dass bei richtigem Lichteinfall Ballsäle und mächtige Treppenhäuser vor Augen stehen. Werner Haypeter arbeitet stets abstrakt und setzt seine Bilder aus Lagen verschieden bearbeiteter Papiere zusammen. André Schweers kreiert mit seinen Papiergüssen, pur in weiß oder in kräftigen Farben, buchartige Objekte, die die Aura alter Handschriften vermitteln.