28.4.2024–1.9.2024
Aus dem Verborgenen ans Licht
Rota Blanck (1940-2011)
Museum der Stadt Boppard

Ausstellung ausgewählter Arbeiten aus dem Nachlass der Künstlerin Rota Blanck (1940-2011) im Museum Boppard in der Kurfürstlichen Burg

Durch Vorbilder und Lehrer zunächst neoklassizistisch geprägt, fand die 1940 geborene Künstlerin Roswitha (genannt Rota) Blanck einen eigenen Weg zwischen Figuration und Abstraktion. Bereits in ihrer Studienzeit schuf sie Skulpturen, die durch die Schönheit des Holzes, seine geschickten Bearbeitung und die formale Sicherheit des künstlerischen Entwurfs überzeugen. Zieht man ihre Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen hinzu, wird auch ihr sicheres Gespür für die Kraft der Linie und Farbharmonien deutlich. Bis auf wenige Ausnahmen hat die Künstlerin stets figürlich gearbeitet, was einen niederschwelligen Zugang zu ihrer Kunst ermöglicht.

Rota Blanck begann zunächst – bedingt durch ihr Studium an der Textilingenieurschule Krefeld – mit Zeichnungen von Blüten und Pflanzen, die sie stilisierte und abstrahierte, um daraus Muster für Textilien und Tapeten zu entwerfen. Mit der Hinwendung zur eher männlich konnotierten Bildhauerei, ihrer Lehrzeit bei dem Kalkarer Bildhauer Alfred Sabisch und später ab 1963 an der Berliner Kunstakademie bei Paul Dirkes konnte sie ihre plastischen Fähigkeiten professionalisieren. Wie so viele Frauen ihrer Generation musste die junge Künstlerin das eigene Berufsleben zugunsten von Familiengründung und Haushaltsführung aufgeben. Dennoch schuf sie weiterhin Kunstwerke; experimentierte mit ungewöhnlichen Materialkombinationen, montierte aus Fundstücken Objekte, die zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln anregen. Im letzten Lebensdrittel wendete sie sich der keramischen Gestaltung zu, auch da sich Keramiken leichter verkaufen ließen als freie künstlerische Arbeiten und ihr den eigen Lebensunterhalt sicherten.

Nimmt man ihr gesamtes Schaffen in den Blick, lassen sich Werkgruppen und Interessensgebiete erkennen. Rota Blanck widmete sich den Gattungen Skulptur und Objektkunst, Keramik, Zeichnungen und Malerei. Vor allem die menschliche Figur sowie die Tier- und Pflanzenwelt haben sie als Motive angesprochen.