1.3.2026–24.5.2026
Marianne Aue
Unknown Zero
Ludwig Museum Koblenz

Im Ludwig Museum Koblenz ist das Werk von Marianne Aue zu sehen: ZERO-nahe Strukturreliefs, serielle Konzepte und neu erschlossener Nachlass.

Marianne Aue (1932 in Freudenthal geboren, 2016 in Leverkusen verstorben) war seit Beginn der 1960er Jahre im Umfeld europäischer Avantgardebewegungen wie ZERO und den Neuen Tendenzen aktiv. Sie wurde an der Werkkunstschule Krefeld ausgebildet und bewegte sich als eine der wenigen weiblichen Künstlerinnen im Umfeld der europäischen Avantgarde. Besonders markant sind ihre oftmals monochromen Strukturreliefs, in denen sie serielle Prinzipien mit musikalischen Kompositionsstrukturen verbindet, wie die bewusst einkalkulierte Wechselwirkung von Licht und Schatten. Die Künstlerin beendete ihre künstlerische Laufbahn nach nur zehn Jahren aus familiären Gründen.

Nachdem ihr Œuvre lange Zeit aus dem Fokus geraten war, konnte ihr Nachlass vor wenigen Jahren geborgen und gesichert werden. Neben der wissenschaftlichen Erschließung dieses eigenständigen Beitrags zur europäischen Nachkriegsavantgarde wird hier insbesondere Aues Innovationskraft und Experimentierfreude sichtbar.

Nach den bedeutenden Ausstellungen zum Werk von Karel Malich (2014), Milan Grygar und John Cage (2017) und Prague Power Boost (2019) widmet sich die neue Präsentation dem im deutschen Raum bislang nahezu unentdeckten Werk der Künstlerin Marianne Aue, die im unmittelbaren Umfeld der bedeutenden ZERO-Künstler Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker gewirkt hat. Nach der Präsentation im Kunstmuseum Gelsenkirchen im Jahr 2024 handelt es sich um die zweite museale Ausstellung, die das gesamte erhaltene Werk sowie zahlreiche bislang unbekannte Zeichnungen zeigt.