3.12.2019–16.2.2020
Köpfe der Zwanziger Jahre
Studio-Ausstellung
Landesmuseum Mainz

Von Albert Einstein über Thomas Mann bis Sigmund Freud: Die neue Studio-Ausstellung des Landesmuseums Mainz präsentiert Porträts der deutschen „Größen“ in der jungen Weimarer Republik.

1920 bis 1922 erschienen im Leipziger Verlag von Friedrich Dehne drei Mappen mit Porträts berühmter Deutscher aus Kultur und Wissenschaft. Die Künstler, die die Gesichter ihrer Zeitgenossen aufs Papier brachten, gehörten damals in den kennerschaftlichen Kreisen der Grafikliebhaber zu geschätzten Spezialisten der „Griffelkunst“.

Die meisten Arbeiten steuerte Hermann Struck bei, aber auch Peter von Halm oder damals jüngere Künstler wie Hans Meid oder Ludwig Meidner waren dabei. Ivo Hauptmann, der Sohn von Gerhart Hauptmann, proträtierte u.a. seinen Vater, Ludwig Meidner den von den Expressionisten hoch geschätzten Dichter Theodor Däubler.

Porträts, die Max Slevogt, Käthe Kollwitz oder Max Liebermann zeigen, werden in der Ausstellung Selbstporträts dieser Künstler gegenüber gestellt. Alle Blätter sind handwerklich-technische Meisterwerke der Kunst der Radierung. Sie belegen die große, stilistische Bandbreite der deutschen Kunst in den Anfangsjahren der Weimarer Republik, obwohl avantgardistische Positionen kaum vertreten sind. Auch die Dargestellten sind Geistesgrößen, die meist schon im Kaiserreich zu hohem Ansehen gelangt waren, aber in der jungen Weimarer Republik nach wie vor weite Bereiche des kulturellen Lebens prägten.