Dauerausstellung
Judaica
SCHUM Städte
Landesmuseum Mainz

Jüdische Kultgegenstände aus drei Jahrhunderten.

Mainz zählt als eine der so genannten SchUM-Gemeinden seit dem Mittelalter zu einem der bedeutendsten Zentren jüdischer Kultur im Abendland. So, wie das Christentum sich stolz in den Kaiserdomen zu Speyer, Mainz und Worms manifestiert, verbindet das Judentum die Anfangsbuchstaben genau dieser drei Städte zu dem hebräischen „SchUM“ (hebräisch für Knoblauch).

Dieses Kurzwort steht für die bedeutendsten jüdischen Gemeinden des Mittelalters und setzt sich aus Speyer (Schpira), Worms (Warmaisa) und Mainz (Magenza) zusammen. Durch den einflussreichen Gelehrten Gerschom bar Jehuda (um 960 bis 1028/1040) nimmt Mainz eine Sonderstellung ein. Er eröffnete eine Talmudschule in Mainz, das hierdurch religiös-kultureller Mittelpunkt der SchUM-Städte wurde. Zu seiner Zeit (um 1000) werden auch die Friedhöfe „Heiliger Sand“ in Worms sowie „Judensand“ in Mainz angelegt. Die ausgestellten jüdischen Kultgegenstände, überwiegend Gold- und Silberschmiedearbeiten des 18. und 19. Jahrhunderts, stammen aus der Sammlung des 1925 gegründeten „Vereins zur Pflege jüdischer Altertümer in Mainz“.