Präsentiert werden Werke von Jan Bontjes van Beek, der wie kein anderer die Körperlichkeit in der Form und die Dynamik in der Farbe betonte. Zudem belegen Arbeiten von Christine Atmer de Reig, Antje Brüggemann, Volker Ellwanger, Martin Schlotz und Barbara Steh den maßgeblichen Einfluss Bontjes auf die deutsche Gefäßkeramik.
Das Leben von Jan Bontjes van Beek (1899–1969) spiegelt die Tiefen und Höhen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts wider: 1919 traf er in der Worpsweder Künstlerkolonie ein und fand bald ein Zuhause bei der Familie Breling in Fischerhude, die ihn in die Arbeit mit keramischen Materialien einführte. Mit Unterstützung seiner zweiten Frau, der Architektin Rahel Weisbach, zog er 1933 nach Berlin, wo sein Atelier zu einem bekannten Künstlertreffpunkt wurde. Unter den Nationalsozialisten wurde er verhaftet und seine Tochter Cato in Plötzensee hingerichtet. Nach Kriegsende entschied sich Jan Bontjes van Beek für eine Lehrtätigkeit an der Ost-Berliner Kunsthochschule in Weißensee, überwarf sich jedoch mit dem SED-Regime und wurde 1951 als Direktor entlassen. Danach ließ er sich in West-Berlin und schließlich in Hamburg nieder, wo er seine keramischen Arbeiten fortführte.
Keramikmuseum Westerwald
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