9.4.2021–23.5.2021
Gurs 1940
Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden
Historisches Museum der Pfalz

Die Wanderausstellung „Gurs 1940“ thematisiert die Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Südwestdeutschland nach Südfrankreich vor 80 Jahren. Der Eintritt ist frei.

Am 22. und 23. Oktober 1940 wurden Tausende Jüdinnen und Juden aus Baden und der „Saarpfalz“ in den unbesetzten Teil Frankreichs deportiert. Offizielle Angaben sprechen von 6.504 Menschen. Die Zahl lag sicherlich höher. Die französischen Behörden leiteten die Züge in das Lager Gurs, am Fuße der Pyrenäen, im Herzen des heutigen Departement Pyrénées-Atlantiques. Gurs hatte im Verlauf seiner Geschichte verschiedenen Funktionen: Es war Flüchtlings-, Internierungs-, Durchgangs- und Konzentrationslager. Einigen Deportierten gelang von dort die Flucht, Hunderte starben. Die meisten Überlebenden wurden 1942 oder 1943 in die deutschen Vernichtungslager im besetzten Polen verschleppt und ermordet.

An diese Verbrechen, wie auch an ihre Nachgeschichte, erinnert die Ausstellung „Gurs 1940“ anlässlich des 80. Jahrestages der Deportation der Jüdinnen und Juden aus Südwestdeutschland. Sie bettet regionale Geschichte in deutsch-französische, teils auch europäische Abläufe ein und beleuchtet das Schicksal von Jüdinnen und Juden, betrachtet Täter*innen, Umstehende und Nutznießende in Deutschland und in Frankreich aus verschiedenen Perspektiven. Auch erzählt sie, wie dieser Verbrechen gedacht wurde und wird.

Die Ausstellung der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz Berlin ist in Kooperation mit vielen Partner*innen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie dem Auswärtigen Amt entstanden. Die Ausstellungdurchführung erfolgt in Zusammenarbeit des Bezirksverbands Pfalz mit der Landeszentrale für politische Bildung RLP.