5.6.2025–18.12.2025
Der Bauernkrieg in Philosophie und Kunst
Ernst-Bloch-Zentrum

Sonderausstellung zum Bauernkrieg in Philosophie und Kunst

Inmitten der neu konzipierten Dauerausstellung zu Ernst Blochs Leben und Werk findet der Themenschwerpunkt „Der Bauernkrieg in Philosophie und Kunst“ seinen
Platz. Ausgehend von Blochs philosophischer Beschäftigung mit dem Bauernkrieg als gesellschaftlich bedeutendem Ereignis werden in der Sonderausstellung künstlerische Zugänge zum Thema sinnlich erfahrbar. Gezeigt werden die graphischen Abstraktionen des mit Bloch befreundeten Holzschneiders HAP Grieshaber (1909-1981) − ergänzt u.a. durch die jüngste Klanginstallation der Künstler Oliver Augst und Reto Friedmann.

500 Jahre Bauernkrieg

500 Jahre ist es her, da befand sich das frühe Aufbegehren der bäuerlichen Gesellschaft gegen die herrschenden Verhältnisse und der Kampf für eine gerechtere Gesellschaft auf seinem Höhepunkt –  und fand sogleich auch sein jähes Ende. Trotz des gewaltigen Ausmaßes der Bewegung – Hunderttausende schlossen sich ihr zwischenzeitlich an – geriet der Bauernkrieg in den Hintergrund des kulturellen Gedächtnisses. Und doch stehen wir auch heute vor ähnlichen Herausforderungen wie die Bauern ihrerzeit. 

Der Frust über die Aneignung von natürlichen Ressourcen durch die Grundherren und die zunehmende Flut von Pflichten und Abgaben entwickelte sich, zusammen mit den aufkommenden reformatorischen Ideen, zu einem hochexplosiven Gemisch. Durch die neuartige Drucktechnik war es schließlich möglich, den Unmut der Bauern in alle Himmelsrichtungen zu verbreiten. Emblematisch hierfür stehen die Forderungen nach Menschen- und Freiheitsrechten in den Zwölf Artikeln von 1525.

Anlässlich dieser historischen Rückschau erkundet das Ernst-Bloch-Zentrum die Beziehungen zwischen dem revolutionären Moment von damals und dem Werk unseres Namensgebers. Bloch, der schon 1921 eine frühe Schrift über den radikalen Reformator und Apokalyptiker Thomas Müntzer verfasste, verwies immer wieder auf das „Unabgegoltene“, wie das Utopische, das sich in den Kämpfen der Bauern ausdrücke und auf seine Verwirklichung warte. 

In unterschiedlichen Formaten widmet sich das Ernst-Bloch-Zentrum diesem Sommer der Frage, was die Emanzipation der Bauern vor 500 Jahren für unsere Gegenwart bedeutet.