8.2.2020–16.8.2020
Emmy Hennings
Jahrhundertfrau der Avantgarde
Forum Alte Post

Emmy Ball-Hennings
© Forum ALTE POST
Schauspielerin, Sängerin, Schriftstellerin, Lyrikerin, Inspiration, Geliebte: Emmy Hennings, die wohl bekannteste Unbekannte der deutschsprachigen Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Die Wechselausstellung des Pirmasenser Kulturzentrums in Kooperation mit der Hugo-Ball-Gesellschaft vermittelt tiefe Einblicke in das Leben der Ehefrau des in Pirmasens geborenen Dada-Begründers Hugo Ball – in deren vielschichtiges Leben und Schaffen vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg. Ebenso werden ihre Verbindungen zu prominenten Weggefährten wie Johannes R. Becher, Joachim Ringelnatz, Erich Mühsam, Else Lasker-Schüler, den Protagonisten im Cabaret Voltaire, Friedrich Glauser, Hermann Hesse und Gunter Böhmer beleuchtet.

Besucher können sich auf ausdrucksstarke großformatige Fotografien und eine Auswahl an handschriftlichen Texten und Erstausgaben freuen. Als besonderes Highlight ist eine komplette Serie von Zeichnungen mit dem Titel „Variationen eines weiblichen Aktes“ zu bewundern, die der spätexpressionistische Maler Reinhold Rudolf Junghanns im Jahr 1913 von Emmy Hennings angefertigt hat.

Zur Ausstellung erscheinen in Zusammenarbeit mit dem speak low Verlag das Hörbuch „Gefängnis“ sowie in Zusammenarbeit mit dem Avant-Verlag die Graphic Novel „Alles ist Dada – Emmy Ball-Hennings“.

Über Emmy Hennings

Emmy Hennings wird 1885 in Flensburg geboren. Nach einer frühen Heirat, auf die die Scheidung folgt, und der Geburt ihrer Tochter Annemarie schließt sie sich 1905 einem Wanderzirkus an, um dem bürgerlichen Leben zu entfliehen. In den folgenden Jahren tritt sie als Schauspielerin und Sängerin auf, inspiriert Künstler und Schriftsteller und wird die Geliebte großer Denker; zeitweilig verdingt sie sich auch als Prostituierte. Ihre Lebensstationen reichen von München und Berlin bis in die Schweiz. 1920 heiratet sie den Dada-Begründer Hugo Ball, mit dem sie schon zuvor in die Schweiz emigriert ist. Nach seinem Tod verfasst sie Beiträge für Zeitschriften und erledigt Hilfsarbeiten, schreibt aber auch Gedichte und Romane. Bereits zu ihren Lebzeiten ist sie Gegenstand von Kunstwerken und Gedichten der Künstler Reinhold Rudolf Junghanns, Ernst Moritz Engert und Ferdinand Hardekopf. Emmy Hennings stirbt 1948 in Sorengo im Schweizer Kanton Tessin.