Dauerausstellung
Domschatz
Historisches Museum der Pfalz (Geschlossen)

Das große Modell des Doms zum Ausprobieren und Zusammenbauen
© Historisches Museum der Pfalz (Foto: Peter Haag-Kirchner)
Die Domschatzkammer beherbergt einzigartige Exponate zur Geschichte des Speyerer Doms. Den Mittelpunkt bilden die Grabfunde aus den Gräbern der im Speyerer Dom bestatteten Herrscher.

Die kupfernen Grabkronen, der Reichsapfel Heinrichs III., der Goldring Heinrichs IV., Inschrifttafeln und weitere Beigaben zeugen vom herrscherlichen Anspruch der salischen Kaiser und ihrer Nachfolger auch über den Tod hinaus. Darüber hinaus beherbergt der Domschatz wertvolle liturgische Geräte, die zur Feier des Gottesdienstes im Dom und anderen Kirchen der Diözese Speyer verwendet wurden. Aus dem frühen 12. Jahrhundert stammt ein mit umlaufenden Reliefs verzierter Weihwasserkessel, der für das Kloster St. Alban in Mainz gestiftet wurde. Kostbar mit Edelsteinen geschmückt sind die Bischofsstäbe aus Worms und Mainz aus dem 15. und 18. Jahrhundert. Ein einzelnes Pergamentblatt, das im Oktober 1970 in der Afra-Kapelle des Speyerer Doms zum Vorschein kam und als letzte Seite einer höchst seltenen Handschrift aus der Zeit um 500 identifiziert werden konnte, fasziniert die Fachwelt bis heute.

„Des Kaisers letzte Kleider“

Die Sammlung Domschatz präsentiert auch die Ergebnisse des KUR-Projekts zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut. Es widmete sich der Erforschung von organischen Funde wie Stoffresten aus Wolle, Seide und Leinen aus den Kaiser- und Königsgräbern. Mit neuesten naturwissenschaftlichen Verfahren wurden hier unter anderem die Kronhaube Kaiser Heinrichs IV. und der Kaisermantel des staufischen Königs Philipp von Schwaben erforscht und dabei Fragen nach der Herkunft der wertvollen Goldtextilien, der Technik und der verwendeten Materialien und Farbstoffe beantwortet.

Die Dombaustelle und virtuelle Rekonstruktionen

Eine aufwendig rekonstruierte Dombaustelle nimmt den Besucher mit ins Jahr 1040. Repliken mittelalterlicher Werkzeuge zur Steinbearbeitung, Hebewerkzeuge und zahlreiche originale Bauteile lassen die Mühen und Gefahren einer mittelalterlichen Großbaustelle erahnen. Eine virtuelle Rekonstruktion dem Speyerer Doms auf drei Großbildschirmen zeigt die Ereignisse von der Grundsteinlegung über die Zerstörungen während des Pfälzischen Erbfolgekrieges bis zu den Wiederaufbauten im 19. Jahrhundert und die Ausmalung des Domes mit Fresken durch Johann von Schraudolph in der romantisch-religiösen Kunstrichtung der Nazarener. Ein großes und detailliertes Hands-on-Modell im Baukastensystem lädt große und kleine Besucher zum Zusammenbauen ein.