4.9.2020–7.2.2021
„Die unvergleichliche kostbare Carthaus“
Die älteste Kartause Deutschlands: Das Mainzer Kartäuserkloster (1320-1781)
Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum Mainz

Reliquienschrein in Form des Oberkörpers einer langhaarigen Frau mit zum Gebet gefalteten Händen
© Marcel Schawe
Die Ausstellung lässt den Glanz des prachtvoll ausgestatteten Klosters der Kartäuser neu erstrahlen!

„Die unvergleichliche kostbare Carthaus“, so wird in zahlreichen Reiseberichten des 18. Jahrhunderts das Mainzer Kloster der Kartäuser gepriesen. Der Orden besaß eine der strengsten Klosterregeln überhaupt und verpflichte seine Mitglieder zu größtmöglicher Abgeschiedenheit und zu einem umfassenden Schweigegelübde. 1084 bei Grenoble vom hl. Bruno gegründet, breiteten sich die Kartäuser rasch in Europa aus. Auf deutschem Boden ist die ehemalige Kartause St. Michael zu Mainz die erste Niederlassung des Ordens. 1320 auf Initiative des Mainzer Erzbischofs Peter von Aspelt ins Leben gerufen, jährt sich die Gründung dieses ältesten Kartäuserkloster Deutschlands 2020 zum 700sten Mal.

Aus diesem Anlass präsentiert das Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum Mainz eine Sonderausstellung, in der der Glanz des einst prachtvoll ausgestatteten Klosters wieder erstrahlt. Erstmals werden viele der ehemaligen Ausstattungsstücke der 1781 säkularisierten Abtei wieder zusammengetragen. Hierzu zählen neben Teilen der berühmten Klosterbibliothek mit ihren mittelalterlichen Handschriften auch die großformatigen Leinwandgemälden des Mainzer Hofmalers Georg Joseph Melbert (1717–1786), die einst den Kreuzgang der Kartause zierten.

Ein besonderer Höhepunkt der Ausstellung sind Teile des prunkvollen Chorgestühls, das zu den Spitzenstücken barocker Schnitzkunst gehört. Zahlreiche historische Ansichten der untergegangen Klostergebäude geben nicht nur die verschiedenen Komplexe der weitläufigen Klosteranlage wider, sondern verdeutlichen auch deren unvergleichliche Höhenlage gegenüber der Mainmündung, die einen einzigartigen Blick auf die Flusslandschaft zu ihren Füßen bot. Eine Einführung in die spezielle Frömmigkeit der Kartäuser rundet die Ausstellung ab.