12.9.2020–21.4.2021
Die Macht der Mainzer Erzbischöfe
Von Bonifatius zum Naumburger Meister
Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum Mainz

Die Ausstellung „Die Macht der Mainzer Erzbischöfe“ ist Korrespondenzort der Landesausstellung zum Kaiserjahr 2020 „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ im Landesmuseum Mainz.

Im Jahr 751, so die historische Überlieferung des Mittelalters, vollzog sich ein für die abendländische Geschichte hochbedeutender Vorgang. Bonifatius, seit dem Jahr 745 Erzbischof von Mainz, salbte Pippin den Jüngeren, den Vater Karls des Großen und erhob ihn hierdurch zum König. Damit war der von der Kirche unterstützte Übergang vom einstigen Königsgeschlecht der Merowinger zu den Karolingern vollzogen. Im Lauf der folgenden Jahrhunderte kam es immer wieder zu solchen Dynastiewechseln und stets waren die Mainzer Erzbischöfe, nicht zuletzt unter Berufung auf diesen „juristischen Präzedenzfall“ des sogenannten Bonifatius-Primates, maßgeblich als „Königsmacher“ daran beteiligt. Sie standen der größten, wesentliche Teile Mitteleuropas umfassenden Kirchenprovinz des sacrum imperium vor und besaßen darüber hinaus als Erzkanzler des Reiches und Leiter des sich im 13. Jahrhunderts herausbildenden Kurfürstenkollegs eine gewaltige Fülle an Macht.

Äußeren Ausdruck fand diese Macht im Neubau des 1239 geweihten Domes und seiner grandiosen Innenausstattung, die vom sogenannten Naumburger Meister und seiner Werkstatt im damals brandneuen Stil der Gotik gestaltet wurde. Dieser wohl berühmteste Bildhauer des Jahrhunderts errichtete dem damals amtierenden Erzbischof Siegfried III. von Eppstein (amt 1230–1249) mit der Ausstattung des Domwestchores ein einmaliges Denkmal der Macht. Dieser heute noch in weiten Teilen erhaltene und im Dom- und Diözesanmuseum präsentierte Skulpturenbestand gehört zu den Meisterwerken der frühgotischen Plastik.

In der neu konzipierten Ausstellung „Die Macht der Mainzer Erzbischöfe“ wird die Geschichte und Bedeutung des ehemals so reichen Erzbistums anhand von hochwertigen Exponaten und moderner Mediendidaktik erlebbar.