6.3.2022–3.7.2022
chiffre. vom bild zum zeichen
julia silbermann + katharina fischborn
Museum Schlosspark – Museen im Kulturviertel der Stadt Bad Kreuznach

In der Ausstellung CHIFFRE* treten die unterschiedlichen, künstlerischen Positionen von Julia Silbermann und Katharina Fischborn in einen Dialog zur Museumsarchitektur und zur umgebenden Natur.

Die rund 50 gezeigten kalligrafischen Zeichnungen von Julia Silbermann sind nicht nur als Schrift lesbar, sondern stellen ihren Inhalt gleichzeitig auch als Kunstwerk dar. Ihre Werkzeuge sind Breitfeder, Pinsel oder Spitzfeder, sie arbeitet mit Techniken wie der Blattvergoldung und dem Marmorieren, aber auch dem Zeichnen und Malen. Dabei verwendet sie Walnuss- genauso wie Acryltinten.

2012 entstand eine zehnteilige Arbeit zu Hildegard von Bingens Buch Liber Vitae Meritorum. Sie wurde in der Ausstellung „Virtus et Vitium“ 2012/13 in Bingen am Rhein gezeigt. 2015 erhielt die Künstlerin den Newberry Library Purchase Prize für ihr Manuskriptbuch „Dante's Prayer“. In ihren Arbeiten widmet sie sich auch einer digitalen Schrift.

Julia Silbermann studierte Schriftkunst an der Akademie der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Nach einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt in den USA lebt sie heute mit ihrer Familie in Mainz. Sie arbeitet als Schriftkünstlerin und Lehrerin in Ingelheim mit einem Atelier in Bretzenheim/Nahe.

Aus dem druckgrafischen Werk von Katharina Fischborn zeigen wir eine neue Papierinstallation aus 12 Bändern, Wandobjekte und Druckstücke. Dabei überwinden ihre Wandobjekte und die Installation die Grenzen zwischen Bild, Skulptur und Architektur.

Katharina Fischborn arbeitet zeichnend und im Hochdruck-Verfahren auf Papier. In die bedruckten Papiere zeichnet sie danach mit dem Skalpell Ausschnitte. Die so entstehenden unterschiedlich transparenten und verschiedenfarbigen Papierbänder schichtet sie dann zur raumgreifenden Installation. Sie überträgt so das schichtende Verfahren des Druckens mit seinen Effekten wie der optischen Mischung in den Raum.

Katharina Fischborn studierte Freie Bildende Kunst an der Akademie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und war Meisterschülerin bei Prof. Peter G. Lieser, Umweltgestaltung. Die Stadt Mainz verlieh ihr den Stadtdrucker-Preis, 2006/2007. Sie erhielt den Förderpreis für Kunst und Kultur 2014 der Stadt Bad Kreuznach. Seit 2001 ist sie in Ausstellungen national und international präsent und zahlreiche ihrer Arbeiten befinden sich bereits in öffentlichen Sammlungen. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Langenlonsheim.