11.9.2022–30.10.2022
Anne und Patrick Poirier – Zerbrechlichkeit
Zum 30-jährigen Jubiläum des Ludwig Museum
Ludwig Museum im Deutschherrenhaus

Anne und Patrick Poirier, Dépôt de mémoire. Stätte des Vergessens und Erinnerns, 1992
© Ludwig Museum Koblenz
Das Ludwig Museum wird 30! Die Museumsmacher nehmen das Jubiläum zum Anlass sowohl die Anfänge des Museums als auch seine Zukunft in den Blick zu nehmen.

Die Zeitspanne einer Generation, die gewöhnlich mit 30 Jahren umschrieben wird, gibt Anlass, zu reflektieren, Fragen nach dem Erinnern und dem Vergessen zu stellen und eine Perspektive zu entwickeln, in der aus Erinnerung Zukunft werden kann.

Noch vor der Eröffnung des Koblenzer Ludwig Museum im Jahr 1992 wurde das bedeutende französische Künstlerehepaar Anne & Patrick Poirier seitens des Museums eingeladen, um eine neue Skulptur im Außenbereich zu entwickeln. Mit Blick auf die inhaltliche Ausrichtung des zukünftigen Museums und vor allem als Plattform des Dialogs hätte die Wahl kaum passender sein können. Mit ihren Arbeiten treten Anne & Patrick Poirier immer für die Reflexion als künstlerischen Dialog ein und verstehen dies in erster Linie als Angebot, sich damit vertraut zu machen. Das scheinbar Vertraute lädt ein, gedanklich weiter vorzudringen, zu forschen und reflektierend das Zukünftige in die Perspektive zu nehmen.

In der von Anne & Patrick Poirier vorgeschlagenen Ausstellung im Ludwig Museum werden sie über ihr bekanntes Motiv der Mnemosyne, das u.a. zurückgeht auf Aby Warburgs „Bilderatlas“, nun den Begriff der Fragilité – der Zerbrechlichkeit – stellen.

Er kreist um die Zerbrechlichkeit der Kultur, um das kollektive Gedächtnis der Gesellschaft, aber auch um die hinterlassene Welt der Objekte und die der Natur. In ihrer Konzeption begreifen sie dies als Rückschau auf die imaginativen Orte der Antike (als Orte des kollektiven Erinnerns) und kontrastieren diese mit der Welt des Digitalen (als Orte der Gegenwart und Zukunft). Den Blick in zukünftige Welten gestalten sie als vollkommen weißen Raum.